Fern hallt Musik; doch hier ist stille Nacht,
Mit Schlummerduft anhauchen mich die Pflanzen:
Ich habe immer, immer dein gedacht;
Ich möchte schlafen, aber du musst tanzen.
Es hört nicht auf, es rast ohn Unterlass;
Die Kerzen brennen und die Geigen schreien,
Es teilen und es schließen sich die Reihen,
Und alle glühen; aber du bist blass.
Und du musst tanzen; fremde Arme schmiegen
Sich an dein Herz; o leide nicht Gewalt!
Ich seh' dein weißes Kleid vorüberfliegen
Und deine leichte, zärtliche Gestalt.--
Und süßer strömend quillt der Duft der Nacht
Und träumerischer aus dem Kelch der Pflanzen.
Ich habe immer, immer dein gedacht;
Ich möchte schlafen, aber du musst tanzen.
Theodor Storm
Oha, mein letzter Eintrag ist tatsächlich schon Monate her?! Ich hatte und hätte wieder mindestens tausend Erlebnisse und Begebenheiten, die erwähnenswert waren und sind, doch lässt meine wenige freie Zeit mir momentan nur wirklich Stupides wie Seifenopern und sinnlose Pilgerfahrten zum *piep* ja ich gestehe Herrn Geißen zu.
Ähm.
Na gut, ich präsentiere mich jetzt hiermit als -fast- fanatischen Thomas Godoj Groupie und mache die goldojsche Grube wirklich schon so weit auf, dass ich nicht nur bei dieser unsäglichen SuperSamstagabendshow und einem Gastauftritt in seinem Heimatort gewesen bin, sondern dem nicht nennenswerten Stumpfsinnsender auch noch in einer weiteren Flachgripsreihe einen Besuch abstatten wollte.
Ach wo, das Spezial über Thomas Godoj an diesem Nachmittag war für uns doch nur Randprogramm.
Im Vordergrund stand selbstredend der Ausflug meiner Freundin und mir ins sonnige Köln; kinderfrei, Eisessen, Shopping (wie ich dieses Wort hasse, doch -Einkaufen- assoziiert man doch mittlerweile nur noch mit Brot und Eiern). Jedenfalls befanden wir uns auf dem Weg in einen gierigen, lechzenden, verschwenderischen Tag. So wirkte zumindest unser permanentes einander Zunicken und Grinsen vor Vorfreude oder weißderGeier was.
Aber bevor ich hier ausschweife, bringe ich es 'hammerhaft' auf den Punkt: Wir waren nicht drin!
Bei Godoj, äh Geißen.
Natürlich gab es auf der A2 einen LKW-Unfall, natürlich zog dieser einen zweiundzwanzig Kilometer langen Stau mit sich und natürlich wollten wir auf dem Seitenstreifen die nächste Umleitung nehmen. (Bitte keine Sicherheitshinweise, ich bin ja nicht gefahren...) Dort standen wir dann bestimmt eine halbe Stunde. Vor vielleicht drei Autos und das erste davon stand vor einem BAUSTELLENSCHILD... Denkpause...
Schön, wenn die LKWs links von einem wieder Platz zum Einscheren machen, danke, aber wir wollten ja nicht!
War ja alles in Butter, ich hatte die Rufnummer der Tickethosteß, jaja. Diese vermerkte nämlich, dass wir beiden VIPs einfach später eintrudeln würden. Hey, na dann...
Wir waren aber nicht drin!
Denn beim Fernsehen hauen sich Ticketservice und Produktionsfirma immer gegenseitig die Köppe ab. Diktator Produktionsfirma herrscht willkürlich über alle Studioplätze und schwupps standen wir fünf Minuten nach Ticketvergabeende wie die Würmer oder Volldeppen vor der Studiowand. Tickets trotz Reservierung bereits vergeben. Ticket, pah! Ich bin eh eher für Eintrittskarten!
Oder mal zur Abwechslung die Variante der aufrichtigen Selbstreflexion: Wir waren einfach nur zu spät. Zu spät losgefahren, zu spät angekommen, nur gefreut hatten wir uns zu früh.
Nicht dass so ein Besuch in einer Talkshow sowieso schon verkloppungswürdig wäre, nein, da saßen wir vollkommen verschwitzt und erschöpft mit dem bitterbösen Schicksal, dass wir zwei Stunden, nein es war ja eine Stunde Stau, also dass wir drei Stunden nach Köln gefahren sind, um uns dann in der Vorhalle ChioChipsfrustfressend und grummelnd zuzunicken, dass wir da jetzt NICHT drin sind. ..
Was ist bloß aus mir geworden?
magistra - 30. Jun, 21:46
Es hat wieder begonnen.
Stickige Bahnfahrten mit vehement Blicke vermeidenden Fahrgästen. Ich darunter auch, ja. Schließlich möcht ich mal meine Ruhe. Außerdem habe ich u.a. nervige Erfahrungen sammeln können, als ich irgendwann einmal nett und freundlich mein Gegenüber im Zug anlächelte. Dieser holte daraufhin nämlich richtig schön aus. Verbal. Noch beliebter allerdings sind diese penetrant Lebensgeschichten ausbreitenden oder übers Wetter philosophierenden Menschen, aber noch bevor man die Bahn betritt. An der Haltestelle. Guckst du da einmal versehentlich in die Visage eines Kontaktsuchenden, hast du verloren.
Nein, aber in der studentenüberfüllten Straßenbahn trifft man natürlich weniger auf solche Künstler. Die Studentenlinie neigt eher zum ignorantenWegschauen. So saß ich unlängst brav in der überfüllten Bahn in einer Sitzreihe mit anderen Studenten, wissenschaftlichen Hilfskräften, Dozenten, Elektrikern, Reinigungskräften und Mensaessenausgeberinnen. Wir starrten alle durch die kleine freie Lücke unseres Gegenübers in der Sitzreihe zwischen "Suchst-du-einen-Job?" und "Fahr-mit-uns-in-den-Süden"- Reklamen. Beim Durchqueren eines Tunnels glotzt man dann weder seinen Nachbarn an, noch sein Gegenüber und leider eben auch nicht nach draußen. Da bleibt einem nur noch der Fußboden, auf den bei einer Tunneldurchfahrt alle stieren. Wenn einem der Fußboden nach einiger Zeit doch zu öde wird, lässt man den Blick wieder nach oben schweifen und ertappt sich erschreckenderweise beim Begutachten eines Hintern. Üppig und prall kommt er einem vor. Diesmal in beiger Hose. Mit einer Jacke die genau über der Hose endet, damit die schönen Hosenknöpfe sich präsentieren können. Die Hosentaschen waren sogar keine Attrappen. Gibts ja auch. Mein Sohn z.B. , wohlgemerkt gerade mal elf Monate, hat solche Taschenattrappen zuhauf an seinen Hosen. Aber nein, dieser junge Mann trägt eine Jeans mit original genutzten Taschen. Ich glaub ein Portemonaie war in der rechten Gesäßtasche. Rechtshänder also sicherlich.
In welcher Hosenmarke dieser Hintern steckte, ist mir allerdings nicht in Erinnerung geblieben. Wahrscheinlich hat mein beschränkter Blick es nicht weiter geschafft, als von einer Gesäßtasche zur anderen zu glotzen. Oder ich scheute die Kommunikation mit dem vorderen Unterteil dieses Körpers, bedingt durch das plötzliche Umdrehen des Poinhabers, der sich zum Aussteigen zur Tür begab. Da muss ich wohl schleunigst wieder auf den Boden ausgewichen sein.
Ich mag ja diese Stöckchenspiele, naja wahrscheinlich auch ein Muss für Pädagogen. *g*
Hier nun eins von
Sandra. :)
Ein Song ( Melodie geht auch)…
der mich traurig macht:
James Blunt: Goodbye my lover
bei dem ich weinen muss(te):
Bob Marley: Redemption Song
bei dem ich sofort gute Laune kriege:
Buena Vista Social Club: De camino a la vereda
bei dem ich nicht still sitzen kann:
Django Reinhardt & Stéphane Grappelli: Jeepers Creepers
bei dem ich immer laut mitsinge:
Also IMMER singe ich garantiert gar nichts mit. Generell singe ich aber allein bei jedem Lied, das ich kenne, im Auto mit, ja.
der meiner Meinung nach zu kurz ist:
Metallica: Nothing else matters
der mir etwas bedeutet:
Johnny Cash & Bob Dylan: One too many mornings
den ich ununterbrochen hören kann:
Red Hot Chili Peppers: Californiacation
den ich liebe:
Joan Baez: Diamonds And Rust
den ich besitze, aber nicht mag:
tja...keine Chance, ich mag auch meine Jive-Cds *kicher*
dessen Text auf mich zutrifft:
Die Ärzte: Junge (wenn ich denn einer wäre *gacker*)
von einem Soundtrack:
Klaus Badelt & Hans Zimmer: He`s a pirate, Pirates Of The Caribbean
den ich schon live gehört habe:
Saltatio Mortis: Palästinalied
der nicht auf englisch/deutsch ist:
Lisa Ekdahl: Himlen & jag
der von einer Frau gesungen wird:
Diana Krall: Temptation
meiner Lieblingsband:
Depeche Mode: John the revelator
der Erinnerungen weckt: (das ist ja sowas von fies, da gibt es etliche!)
The Fugees: Killing me softly
Nirvana: About a girl
den kaum jemand kennt, obwohl ihn jeder kennen sollte:
Amos Lee: Arms of a woman
Mal schauen, wie das in ein paar Wochen aussieht. ;)
magistra - 20. Mrz, 22:56
Eigentlich hatte ich vorgestern vor einer Woche und drei Tagen, zwei wirklich tolle Wochen lang den ollen Süßigkeiten abgeschworen. Geplant waren sieben Wochen. Ganz traditionsbewusst. Fastenzeit. Religiös ist das. Zucker ist teuflisch. Und wobei ertappe ich mich vorhin? Schüssel, Löffel, Milch und Choco Chips. Ja diese Widerlichen, die nach einer Minute im Milchbad schon nach aufgeweichtem Hundefutter schmecken. Heut ist nämlich Ferienanfang, da hatte mein Großer die Wahl, an Ferienanfang da kommt dann immer der Teufel zu uns ins Haus. Choco Chips, bah. Vier Schüsseln extrem habe ich mir bereits reingepfiffen. Kennt ihr das Gefühl, des sich langsam überreizenden Magens oder das Gefühl der überquellenden Milchsau? Nein, Ihr Stillenden, DAS meine ich nicht. Jedenfalls wars noch nicht mal eine schöne Sünde, wie 43%ige Bio-Vollmilch-Schokolade super cremig oder so. (Bei Fastenbedarf ungeöffnete Resttafeln bitte an mich senden.) Naja bald ist jedenfalls Ostern, da wasche ich mir mein Gewissen wieder rein. Typisch katholisch halt. Teuflisch fressen und hinterher beichten.
magistra - 15. Mrz, 00:04
Gestern beim Fernsehen ergötzte mich wieder eine dieser Autoreklamen für entweder schwarze oder silberne Karossen, andere Farben scheint es ja nicht mehr zu geben. Andere Formen irgendwie auch nicht.
An den Spot allein kann ich mich nicht mehr erinnern, aber beim Ende musste ich schwer schlucken.
Saß ich also mit meinem M. gemütlich vor der Kiste und ließ mich berieseln.
Ich dachte an nichts Böses, schaute zu M. und streichelte ihm über seinen Handrücken, lehnte mich genüßlich in die Kissen mit einem Glas Rotwein in der einen und einer delikaten Käsestange in der anderen.
Ich fühlte mich wohl. Nichts aufregendes, Routine, man kennt ja Reklame, wenn auch nicht jede, aber wenn man mit bestimmten aufgewachsen ist, klingeln gewisse Slogans einem schon in den Ohren, wenn der Spot nur startet.
So wähnte ich mich also gestern in vertrauten Sphären und hörte am Ende des Werbefilms, die mir wohl bekannte Stimme:
- Renault -
sagen.
Ich antwortete dem Mann daraufhin mit dem einzig wahren und richtigen Satz, hielt inne, sah zu M. auf und ein Stück der Käsestange glitt mir fast in die Luftröhre.
Stille.
Nichts.
Wo ist die Stimme hin? Das Ritual des choralen créature d´automobiles?
Ich stellte mein Weinglas auf den Tisch und starrte unentwegt in den Bildschirm.
Wollen die mich ärgern? Oder hat irgendsoein Depp den Werbefilm zu früh geschnitten?
Nein, nein, nein. Ich will diesen Slogan zurück! Genauso wie den alten Jungen auf der Kinderschokoladepackung. Und von mir aus auch die olle Klementine.
Wie kann ich Renault denn jetzt nur von den ganzen anderen silbernen und schwarzen Automobilherstellern unterscheiden?
Nein Renault, jetzt habt ihr es euch verscherzt, nun werde ich mir nie nicht nein einen Renault kaufen!
Denn dieser Satz prägte meine Vorstellung von einem im Feuereifer von einem Menschen mit dicker Hornbrille und abstehenden Haaren mit dickem Farbpinsel an riesiger Staffelei kreiierten Gefährt fürs Leben. Das Auto für den Künstler, wenn man sich keinen VW-Oldtimer leisten kann.
Und jetzt ist der Gedanke futsch, na toll. Und der chorale, näselnde, französische Singsang, ach ganz Renault ist doch jetzt fürn Arsch.
Bleibt nur noch das Schöfferhofer Weizen und wehe dem, der da auch noch rumexperimentiert.
magistra - 10. Mrz, 11:35
Heute Nacht hatte ich diese Wortschöpfung als Eingebung in meinem Traum. Mittelfingerin? Weiß der Geier worum es genau dabei ging. Auf jeden Fall kann es nicht an einem unterschwelligen, emanzipatorischen Ausbruch liegen, denn ich hasse die Verweiblichungen des generischen Maskulinums. Beinahe hätte ich Verweichlichungen geschrieben- bin ich doch so hoffnungslos konservativ? Wenn ich mir allerdings Weichheit, Frau Alice Schwarzer und ihre Liebesmühe zu Simone de Beauvoir verdeutliche, kann ich gar nicht altbacken und weich wie ein Flöckchen genug sein. Damit habe ich nun wirklich herzlich wenig am Hut. Oder Hütin. Habe ich herzlich wenig an der Hütin. Klingt beides dumm, wenn man es mehrmals laut vor sich hin sagt.
Jedenfalls gibt mir eigentlich weniger die Grammatik zu denken, als die Wortwahl an sich.
Was mache ich mit meinem Mittelfinger in meinem Bett? Oder eher in meinem Traum?
Naja weitere Ausführungen unterlasse ich gemäß der Etikette lieber, wobei es mich im Rachenraum kitzelt etwas degoutant zu werden. Manche erwarten dies vielleicht? Die exhibitionistische, egomanische Nabelschau?
Ganz gewiss gibt es diese Blogschreiber, aber seien wir ehrlich, ich schreibe von Flatulenz und Hämorrhoiden- mit diesen Themen brüste ich mich sicher nicht. Schon gar nicht in einem Blog, das jed[eRRR] lesen kann. Und wenn wir schonmal dabei sind, dann bitte gern : der Hämorrhoid. (Gut, dass ich nur von der Mittelfingerin geträumt habe...)
Ich erwähne diese Geschwülste im Zusammenhang mit meinem Mutterdasein, um zur Rechtfertigung voranzuschreiten. Nein, früher litt ich nicht so häufig an diesen Gesäßkrankheiten. Ja, Mütter sind eklig. Mütter müssen sich mit den Ausscheidungen ihrer Kinder abgeben und vergessen dabei ganz, dass dieses Thema eigentlich bis zum Greisenalter totgeschwiegen gehört. Vor allem, wenn sie von ihrem eigenen Fäzes sinieren.
Koprolalie nennt man eine „fortgesetzte Neigung, beim Sprechen Ausdrücke und Bilder der Verdauungsvorgänge zu verwenden“ (Peters 1984, S. 313, Wikipedia natürlich). Diesen Gedanken nehme ich euch vorweg und distanziere mich sogleich von irgendwelchen fanatischen, feucht-fäkalisierenden Freaks.
Gut, dass ich mich so schön medizinisch eindecke, sonst würde mich noch jemand verstehen und mir gar Mittelfing zeigen.
Das ist doch mal was. Wir lassen Artikel und Endungen einfach weg und schwupps ist das Gendergehabe gegessen.
Also sind die Jugendlichen aus den Wohnblocks dreißig Straßen weiter die wahren Kämpfer der Gleichberechtigung. 'Ey, lass ma Disko gehn, heute!' spricht mit dem neutralen 'Ey', Mann wie Frau an und Disko ist ebenfalls geschlechtslos.
Optimismus braucht das Land.
Zum Schluss noch eine Fingerinnenspielin für Emma-Leserinnen:
Zehn kleine Zappelfingerinnen zappeln hin und her. Zehn kleine Zappelfingerinnen finden`s gar nicht schwer. (alle Fingerinnen zappeln und frau bewegt die Hände dabei von links nach rechts und zurück)
Zehn kleine Zappelfingerinnen zappeln auf und nieder. Zehn kleine Zappelfingerinnen tun das immer wieder. (die Hände werden hoch und runter bewegt)
Zehn kleine Zappelfingerinnen zappeln rundherum. Zehn kleine Zappelfingerinnen finden`s gar nicht dumm. (die Hände beschreiben eine Kreisin)
Zehn kleine Zappelfingerinnen spielen gern Versteck. Zehn kleine Zappelfingerinnen sind auf einmal weg. (die Hände verschwinden hinter der Rückin)
Zehn kleine Zappelfingerinnen sind jetzt wieder da. Zehn kleine Zappelfingerinnen rufen laut HURRA. (Hände kommen langsam wieder hinter der Rückin hervor und werden auf HURRA hoch in die Luft gestreckt)
Wer Hilfe beim Binden eines Tragetuchs braucht, der schaue sich auf meiner neuen Homepage um und sende mir gern eine Email.
www.trageberatung-guetersloh.de
